Zucht

Hengstkatalog

Entwurmung

Impfungen

Pferdekauf

Hengstschau 2006

 

Impfungen: Influenza

Bei der Influenza-Impfung lohnt es sich besonders, auf die Zusammensetzung der Impfstoffe zu achten !

Die Viren werden nach Typen (A equi 1 und A equi 2) bezeichnet und nach Ort und Jahr, an dem sie erstmals auffielen. Virusvarianten „neueren“ Datums, zumindest solche ab 1989 sollten neben den üblichen (Prag/56; Miami/63) enthalten sein. Kritisch wird es bei Pferden, die nach Nordamerika gehen: Dort hat sich seit Mitte der 80er Jahre ein „amerikanischer Virustyp“ entwickelt, der in England schon zu Influenzaausbrüchen geführt hat. Impfstoffe mit diesem Typ stehen inzwischen in Deutschland zur Verfügung – medizinisch am sinnvollsten wäre hier die Impfung mit einem amerikanischen Virustyp etwa zwei bis drei Wochen vor der Abreise.

Wie oft soll geimpft werden?

Zurück zu den in Deutschland verbleibenden Pferden: Hier scheint es aufgrund neuerer Beobachtungen durchaus angebracht, vom althergebrachten Schema etwas abzu-weichen! Der Einfachheitshalber aber zunächst zu den Pferden, die älter als ein Jahr sind: Da erfolgt wie üblich zunächst die Grundimmunisierung durch zwei Impfungen im Abstand von vier bis sechs Wochen. Sechs Monate nach der ersten Injektion und danach jedes halbe Jahr sollte, wie für Turnierpferde von der FN ja auch vorgeschrieben, nachgeimpft werden. Schwieriger sieht es bei den Fohlenimpfungen aus. Forscher aus England konnten bei jungen Fohlen nämlich nicht die erwarteten Anti-körper- Anstiege nach Gabe von sogenannten Tot-Influenza-Impfstoffen nachweisen: Die mit der Muttermilch aufgenommenen (maternalen) Antikörper verhindern die gewünschte aktive Antikörperproduktion. Grundsätzlich ist dies bei allen anderen Impfungen zwar auch der Fall. Deswegen werden Fohlen, die jünger als vier Monate sind, auch nur ausnahmsweise einmal geimpft. Bei Influenza reichen aber noch ganz geringe Konzentrationen der spezifischen Biestmilch-Antikörper im Fohlenblut aus, um eine Impf-Antwort zu verhindern. Andrerseits bieten diese geringen Konzentrationen sicher keinen ausreichenden Schutz mehr vor einer Influenza-Infektion. Besonders bedenklich ist aber eine weitere Beobachtung der englischen Forscher: Bislang ausschließlich bei der Influenza-Impfung festgestellt wurde, dass die einmal „zu früh“ immunisierten Fohlen auch bei nachfolgenden Influenza- Impfungen nicht die erwarteten Antikörperanstiege im Blut zeigten !

zum Seitenanfang
 


 

Grafik: Schema eines Influenza-Viruspartikels:

Aus der äußeren Hülle ragen die für die Abwehr wichtigen Hyaluronidase (HA)- und gelben Neuramidase (NA)-Moküle hervor. Die grünen Kringel im Inneren symbolisieren die Erbinformation des Virus.
 


 

Grafik: Oberfläche des Influenzavirus:

Durch aktive Impfungen entstandene ypsilonförmige Antikörper erkennen bestimmte Strukturen an den Oberflächenmolekülen und setzen durch ihre Bindung daran weitere Abwehrvorgänge in Gang.
 

Grafik: Oberfläche des Influenzavirus:

Während der Vermehrung von Influenzaviren in den Körperzellen kommt es zu Veränderungen im viralen Erbgut. Dies führt zu veränderten Strukturen, so dass die Antikörper nicht mehr binden können und damit ihre Wirkung verlieren. Ein neuer Impfstoff, der zur Erkennung auch der neuen Antigene führt, muss entwickelt werden

Und auch wenn erstens die Wirksamkeit einer Impfung nicht allein anhand der Messung von Antikörperkonzentrationen im Blut beurteilt werden sollte und zweitens nicht genau die in Deutschland erhältlichen Impfstoffe getestet wurden, so ist dieses Ergebnis doch alarmierend: Niemand weiß bis jetzt, wie diese Fohlen mit einer Influenza-Infektion fertig werden oder ob vielleicht später im Leben doch eine normale Impfreaktion ausgelöst werden kann. Aus den bislang veröffentlichten Studien kann man als vorsichtiger Mensch jedenfalls folgenden Schluss ziehen: Fohlen, deren Mütter vier bis sechs Wochen vor der Geburt gegen Influenza geimpft wurden, sollten frühestens im Alter von sechs und besser erst mit etwa neun Monaten ihre erste aktive Influenza-Impfung erhalten. Daraufhin muss wie bei den älteren Pferden vorgegangen werden: zweite Impfung vier bis sechs Wochen nach der ersten, dritte Impfung sechs Monate nach der ersten und weiterhin alle sechs Monate.

zum Seitenanfang