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1) GROSSE BLUTWÜRMER Grosse Blutwürmer gelten als die schlimmsten Schadenverursacher. Ihre Larven bohren sich durch die Darmwand in die Blutgefässe bis zu den Hauptschlagadern, welche den Dickdarm und den Blinddarm umgeben. Sie setzen sich bevorzugt in den Gefässen fest, die zum Magen-Darmtrakt führen. Sie schädigen dabei Gefäss- und Darmwände, was dazu führt, dass wichtige Nährstoffe, d.h Proteine aus der Blutbahn in den Darm fliessen. Gefässentzündungen und Blutgerinnsel verursachen Durchblutungsstörungen im Darm, vermindern die Nährstoffaufnahme und beeinträchtigen die Darmperistaltik. Es kann dabei zu Kolikerscheinungen kommen, und manche Pferde bleiben auf Grund dieser Schädigungen ihr Leben lang kolikanfällig.
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2) KLEINE STRONGYLIDEN Kleine Strongyliden können ebenfalls beträchtlichen Schaden anrichten, auch wenn ihre Larven keine so weiten Wanderungen unternehmen. Sie bohren sich in die Schleimhaut des Blinddarms und des Dickdarms. In bestimmten Fällen, insbesondere bei sehr starkem Wurmbefall, ist es nicht möglich, sie mit Wurmitteln zu bekämpfen. Zum Frühjahr hin kommt Leben in die Larven und sie bahnen sich in grosser Zahl den Weg in den Darm zurück. Diese Massenwanderungen verursachen die grössten Zerstörungen. Die Symptome sind Durchfall und Gewichtsverlust. Im Blut entsteht ein Proteinmangel, der zu Leistungsminderung und Ödembildungen führt.
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3) SPULWÜRMER Spulwürmer sind in erster Linie für Fohlen und Jungpferde verhängnisvoll. Mit zunehmendem Alter hingegen werden die Pferde gegen Spulwürmer unempfindlicher. Die Larven werden noch in der Eihülle von den Pferden aufgenommen und schlüpfen im Dünndarm aus. Dort bohren sie sich in die Schleimhaut und begeben sich über die Blutbahn zur Leber und weiter zu Herz und Lunge. Anschliessend steigen sie durch Abhusten die Luftröhre aufwärts zum Kehlkopf, wo sie abgeschluckt werden und im Dünndarm zum reifen Wurm heranwachsen. Symptome zeigen sich nur bei schwerem Befall. Solche Pferde leiden unter Wachstumsstörungen und bieten ein schlechtes Gesamtbild. Spulwürmer werden sehr gross. Sie erreichen manchmal eine Länge von 30cm und können besonders bei stark verwurmten Pferden nach Abgabe von Wurmitteln Verstopfungen verursachen.
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4) ZWERGFADENWÜRMER
Zwergfadenwürmer (in Island auch Fohlenwürmer genannt) haben einen ganz besonderen Entwicklungsverlauf. Sie gelangen über die Muttermilch in die Fohlen. Der Parasit hat aber auch die Fähigkeit, im Freien, d.h. ausserhalb des Wirtes zu überleben und sich fortzupflanzen. Daher erweist sich seine Beseitigung aus Stall und Weideland als besonders schwierig. Der Zwergfadenwurm gilt als nicht besonders schädlich, er kann aber eine der Ursachen dafür sein, dass Fohlen nach ca 10 Tagen nach der Geburt an Durchfall leiden. Pfriemenschwänze kommen in Island häufig vor, besonders bei Fohlen und Jungpferden. Der Parasit gilt als eher harmlos, abgesehen davon, dass er oft starken Juckreiz im Bereich des Afters verursacht.
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5) DER PFERDEBANDWURM Der Pferdebandwurm ist ebenfalls keine Seltenheit, und da die herkömmlichen Wurmmittel ihm bisher kaum etwas anhaben konnten, blieb sein Dasein weitgehend ungestört. Heute sind Präparate auf dem Markt, die bei Bandwürmern eine sehr gute Wirksamkeit haben. Die Bandwurm-Larve lebt in kleinen achtbeinigen Milben, die sich von Erde und Gras ernähren. Die Pferde nehmen die Milben über das Gras auf. Die erwachsenen Würmer setzen sich im Verdauungstrakt des Pferdes fest, bevorzugt im Blinddarm. Dort können sie Störungen der Darmperistaltik verursachen und Koliken hervorrufen.
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6) ANSTECKUNGSWEGE Blutwürmer werden von den Pferden noch im Larvenstadium mit dem Gras aufgenommen. Auch wenn der Bestand an Blutwurmlarven während des Winters stark abnimmt, überlebt immer ein Teil. Im Frühling oder Frühsommer müssen die Larven in das Wirtstier gelangen, wenn der normale Kreislauf eingehalten werden soll - ansonsten sterben sie im Sommer. Mitte Sommer nimmt auf dem Weideland die Zahl der ansteckungsfähigen Larven wieder zu. Sie stammen aus den Eiern, die im Frühjahr mit dem Pferdekot abgesetzt worden sind. Es dauert einige Zeit bis die Larven schlüpfen und ansteckungsfähig sind. Dieser Prozess ist abhängig von Wärme und Luftfeuchtigkeit und beginnt bei 8 - 10°C. Bei 10°C dauert er ca. 5 Wochen, bei 15°C ca. 2 Wochen ausländische Werte). Im Spätsommer und Herbstanfang erreicht der Larvenbefall des Weidelandes seinen Höhepunkt. Sobald es aber kälter wird, nimmt die Anzahl der Larven rapide ab (siehe Abbildung). Auch wenn die Pferde im Herbst entwurmt werden, sind sie danach nicht völlig parasitenfrei, in manchen Fällen kommt es trotz der Jahreszeit wieder zu einer Neuansteckung. Die Würmer, die so überleben, produzieren im kommenden Jahr wiederum eine grosse Anzahl Eier und sorgen für einen erneuten Larvenbefall des Weidelandes. Die Larven des Blutwurmes sind mobil und kriechen an Grashalmen hoch. Damit erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit, von einem grasenden Pferd aufgenommen zu werden. Man geht davon aus, dass die Larven vermehrt in der Nähe von Misthaufen vorkommen. Das aber sind Stellen, welche die Pferde, sofern ihnen etwas besseres zur Wahl steht, meiden. Während des Winters schützt der Misthaufen die Larven. Aus diesem Grund empfielt es sich, die Weiden (abzuschleppen. Die Ansteckung mit Spulwürmern erfolgt indem die Pferde Eier aufnehmen, die bereits Larven enthalten. Die Eier, welche fest am Gras kleben, ertragen allerhand an Wettereinflüssen. Nach ausländischen Untersuchungen, muss die Temperatur aber mindesten 10°C betragen, damit sich in den Eiern Larven entwickeln können. Die Ansteckung mit Spulwürmern findet in erster Linie in Ausläufen und auf kleinen, abgefressenen Weiden statt, aber auch auf grossen Flächen, die überweidet sind.
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7) VORBEUGENDE MASSNAHMEN Am wichtigsten ist es, den Wurmbefall des Weidelandes möglichst klein zu halten. Damit verhindert man, dass sich die Pferde ständig wieder aufs neue massiv anstecken.Wurmmittel müssen systematisch und parallel zum Weidewechsel eingesetzt werden. Das Entwurmen bringt nicht viel, wenn die Pferde anschliessend wieder auf völlig verwurmte Weiden gelassen werden. Das Weideland muss einerseits in Frühlings- und Sommerweiden aufgeteilt werden, und anderseits in Herbst- und Winterweiden. Der Wurmbefall der Weiden kann stark reduziert werden, wenn diese 6 Monate lang nicht von Pferden benutzt werden. Weideland, das über ein Jahr lang frei von Pferden war, birgt praktisch keine Ansteckungsgefahr mehr und kann das ganze nächste Jahr wieder benutzt werden - von Herbst bis Herbst- ohne dass die Verwurmung stark zunimmt; erst zum Ende hin steigt sie wieder an. Da die Würmer artspezifisch sind, d.h nicht von einer Tierart auf die andere übertragen werden können, besteht die Möglichkeit, das Land jedes zweite Jahr z.B von Rindern oder Schafen beweiden zu lassen. Wenn ein Weidewechsel vorgenommen wird, ist eine gleichzeitige Entwurmung der Pferde unerlässlich, weil der Parsitenbefall ansonsten wieder stark zunimmt. Dies gilt besonders beim Wechsel im Frühjahr. Zu bedenken ist auch, dass es nicht zuletzt die erwachsenen Pferde sind, welche die Weiden verunreinigen, auch wenn ihnen der Wurmbefall selbst weniger anhaben kann. Im Herbst wird es auf diese Weise zu einer weit geringeren Zunahme der ansteckungsfähigen Larven kommen (weniger Wurmeier im Pferdemist, kälteres Wetter). Die Pferde können sich aber auch weiterhin anstecken, weil es immer noch einen Restbestand Larven vom vergangenen Sommer gibt. Damit die Tiere gesund bleiben und im Winter das Futter optimal verwerten können, muss daher auch im Herbst Wurmmittel verabreicht werden. Wenn die Pferdehalter die Möglichkeit haben, ihre Herden ab Mitte Sommer bis zum Herbst auf Bergweiden zu halten, kann die Verwurmung der Weiden in Hofnähe deutlich reduziert werden. Das Land wird damit während der kritischsten Zeit geschont. Bevor die Pferde auf die Bergweiden getrieben werden, müssen ausnahmslos alle Pferde entwurmt werden. Man muss davon ausgehen, dass Fohlen und Jungpferde zu diesem Zeitpunkt bereits verwurmt sind. Wenn sie also in diesem Zustand ins Hochland entlassen werden, könnte das eine oder andere Tier an starker Verwurmung erkranken, ohne dass der Besitzer es bemerken würde. Verwurmte Jungpferde sind zudem weniger gut in der Lage die Sommermonate zu nutzen und bleiben in ihrer körperlichen Entwicklung zurück. Die Sommergebiete werden dadurch partiell ebenfalls stark infiziert, weil sich die Pferde trotz der Grösse des Weidegebietes in Gruppen aufhalten und bestimmte Gebiete stärker beweiden als andere. Wenn Fohlen und Jungpferde im Frühling und Sommer auf kleinen Weiden oder am Stall gehalten werden, muss häufiger Wurmmittel verabreicht werden. Stuten mit Fohlen, die von der Hengstweide kommen, sollten sogleich entwurmt werden. Um zu verhindern, dass sich der Spulwurmbefall in Fohlen und Jungpferden stark erhöht, müssen diese auf grossen Weiden gehalten werden. Es empfielt sich zudem, diese Weiden von Jahr zu Jahr zu wechseln. Wo nur zweimal pro Jahr entwurmt wird, besteht kaum Gefahr, dass es zu einer Unempfindlichkeit gegen das verwendete Wurmittel kommt. In der Regel werden bei zweimaligem Entwurmen wechselweise verschiedene Mittel verabreicht. Wenn bei intensiver Weidehaltung öfter entwurmt wird, kann es zu einer zunehmenden Immunität gegenüber bestimmter Wurmittel
kommen. In diesem Fall ist es angebracht, die Wurmmittelsorte alle
zwei bis drei Jahre zu wechseln. Wenn hingegen zu oft gewechselt wird,
kann das zu einer umfassenden Immunität führen. Zusätzlich sollte man
ab und zu ein Mittel verwenden, das gegen Bandwürmer wirksam ist.
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8) QUALITÄTSSTEUERUNG Wer die Absicht hat, Qualitätssteuerung in der Pferdezucht zu betreiben, muss ein jährliches Weideprogramm aufstellen und die Entwurmungen danach ausrichten. Im Herbst, vor dem 15. November, bei Weidewechsel: Alle Pferde des Gestütes erhalten ein Wurmmittel, das gut wirksam ist gegen die Larvenstadien (mit Ausnahme der Larven der kleinen Strongyliden, denen die wenigsten Wurmmittel etwas anhaben können). Im Frühling, bei Weidewechsel: Alle Pferde erhalten ein Wurmmittel, das zumindest gegen ausgewachsene Palisadenwürmer wirksam ist. Eventuell kann man erwachsene Wallache auslassen, wenn diese separat auf einer grossen Weide gehalten werden. Diese Weide darf aber auf keinen Fall für Jungpferde genutzt werden, bevor sie nicht mindestens ein Jahr Pause erhalten hat. Zu anderen Zeiten: Stuten mit Fohlen, die von der Hengstweide kommen. Fohlen und Jungpferde, die aus irgendeinem Grund auf kleinen Weiden gehalten werden, müssen alle 6 - 8 Wochen entwurmt werden.
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9) Die wichtigsten Quellen: Matthías Eydal, 1983. Gastrointestinal parasites in horses in Iceland. Íslenskar landbúnaðarrannsóknir (J.Agr. Res. Icel.) 15.árg., 3-28 Matthías Eydal, 1993. bandormasýking í hrossum (Bandwurmerkrankungen beim Pferd). Dýralæknaritið 8. árg., 30-35. Matthías Eydal & Eggert Gunnarsson, 1994. Helminth infections in a group of Icelandic horses with little exposure to anthelmintics. Búvisindi (Icel. Agr.Sci.) 8.árg. 85-91. Ihler, C.F.,2000. Endoparasitter hos hest. Klinikk, forbygging og behandling. Veterinäre fagdager - HVFs etterutdanningskurs 2000 Nilsson, Olle og Peter Jernell. Hastens vanligsta helminther. Kennsluhandrit SLU. Paulrud, C. O., R. E. Pedersen og Matthías Eydal, 1997. Field efficacy of Ivermectin (Ivomec) injection on faecal strongyle egg output of Icelandic horses. Búvísindi (Icel. Agr. Sci.) 11. árg., 131 -139.
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